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3-Kanal-Videoninstallation

2011

O-Ton

O-Ton ist eine ursprünglich als Drei-Kanal-Installation konzipierte Videoarbeit. Drei Monitore zeigen parallel jeweils eine Person, deren Blick und Körperhaltung auf die jeweils anderen Bildflächen ausgerichtet sind. Erst durch die räumliche Anordnung der Monitore entsteht eine Art Gesprächssituation: Die Figuren scheinen miteinander zu interagieren, obwohl jede Aufnahme isoliert entstanden ist.

Die Struktur der Arbeit ist an einen klassischen Hörtest angelehnt. Die Personen reagieren auf akustische Signale (‚Jetzt!‘) oder prüfen scheinbar die Richtung eines Geräuschs. Doch die Situation bleibt irritierend: Alle drei Figuren sind identisch – es ist dreimal dieselbe Person zu sehen. Die Künstlerin selbst übernimmt alle Rollen.

Der Hintergrund dieser Konstellation ist biografisch. Die Künstlerin ist seit ihrer Geburt auf einem Ohr taub. O-Ton greift diese Erfahrung auf und übersetzt sie in eine visuelle Versuchsanordnung. Die drei Bildschirme erzeugen ein räumliches Gefüge, in dem Hören, Richtung und Kommunikation ständig neu verhandelt werden. Was normalerweise ein medizinischer Test ist, wird hier zu einer performativen Situation, in der Wahrnehmung sichtbar gemacht wird.